GALERIE BOETTCHER - GALERIE UND MEHR ...
Malerei ist nicht das tatsächliche Abbild der Wirklichkeit.
Vielmehr ist Malerei die Inspiration, der zu schaffende Gedanke, gefühlte Eindrücke bildlich festzuhalten, der innere Blick des Malers zum theoretischen oder tatsächlichen Sein.
- Andreas Böttcher -
HERZLICH WILLKOMMEN!
Kurzgeschichten auf den folgenden Seiten:
- I
- II
- III
- IV
Viel Spass beim Lesen!
Warum Moderne Kunst?
In der École de Paris
Zeitraum: ab 1905
Ort: Paris/Frankreich
Unter der Bezeichnung „École de Paris“ (franz., Schule von Paris) wurden alle diejenigen Künstler zusammengefasst,
die sich in den Jahren zwischen 1905 und 1925 in Paris niedergelassen hatten. Unter ihnen Marc Chagall, Chaim Soutine, Jules Pascin, Moïse Kisling und Amedeo Modigliani.
Die Themen dieser Maler waren oft den Legenden und Volksmärchen entnommen. Es entstanden neben melancholisch-lyrischen
Stimmungsbildern auch durchaus expressive Darstellungen als deutlicher Gegenpart zum Kubismus.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bezeichnete man als „École de Paris“ auch abstrakte Strömungen in der Malerei.
Hard Edge
Zeitraum: ab 1958
Ort: USA
Der Begriff Hard Edge Painting (engl., hartkantige Malerei) wurde
1958 von dem Kunstkritiker Julius Langsner geprägt. Er steht für eine
Stilrichtung, die in den fünfziger Jahren von Künstlern wie Barnett
Newman, Ad Reinhardt und Mark Rothko entwickelt wurde. Hard Egde bildet
mit seinen in kalten Farben großflächig aufgetragenen geometrischen und
organischen Formen, die sich durch harte Kanten voneinander angrenzen,
einen Gegenpol zum Abstrakten Expressionismus.
Abstrakte Malerei
Zeitraum: Anfang 20. Jahrhundert bis heute
Ort: international
Abstrakte Malerei bezeichnet die Art der Darstellung, die jeden Bezug zur sichtbaren Wirklichkeit aufgibt
und sich nur der Mittel Malerei, Farbe, Form und Linie, bedient. Die Begriffe „konkrete Malerei“ oder
„absolute Malerei“ unterstreichen die Tatsache, dass Linie und Struktur der Formen an die Stelle eines
figurativen Gegenstandes treten.
Die ungegenständliche Malerei wurde zu einer wesentlichen Ausdrucksform der Kunst des Zwanzigsten Jahrhunderts.
Der französische Kunsttheoretiker Michel Seuphor definierte: Jede Kunst, die man berechtigterweise nur nach dem
Gesichtspunkt der Harmonie, der Komposition, der Ordnung – oder der Disharmonie, der Dekomposition, der willkürlichen
Unordnung – zu beurteilen hat, ist abstrakt.
Anfänge einer Lösung der Malerei von der Wiedergabe der sinnlich wahrnehmbaren Wirklichkeit finden sich schon
im Impressionismus, Fauvismus und Expressionismus, wo sich die Farbe schon zu verselbständigen beginnt. Zwischen 1907
und 1910 entstanden dann mit den „Sonaten“-Bildern des Litauers M. Ciurliois, mit Francis Picabias Arbeit „Caoutchouc“
(Musée National d’Art Moderne, Paris) und mit Wassily Kandinskys „Das erste abstrakte Aquarell“ (Musée d’Art Moderne,
Paris), die ersten abstrakten Bilder, in denen jede Erinnerung an Gegenständliches ausgelöscht ist.
Die Entwicklung der abstrakten Malerei, die bis heute immer neue Variationen hervor bringt, lässt sich in zwei
große Bereiche gliedern: in eine geometrisch orientierte, deren Beginn der Suprematismus Kasimir Malewitschs
in Russland und der Konstruktivismus Piet Mondrians kennzeichnet, und in einen abstrakten Expressionismus, bei
dem Formen und Farben oft willkürlich gesetzt werden und gleichsam aus dem Unbewussten kommend die Gefühle und
Empfindungen des Malers ausdrücken. Diese Form der Abstraktion, die vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa
und Amerika eine Blüte erlebte, führte in letzter Konsequenz zu einem Automatismus, bei dem der Malvorgang selbst
im Vordergrund der Bildgestaltung steht. In der Technik des Drippings, inspiriert durch Max Ernst, in der der
Farbauftrag als am wenigsten gelenkt erscheint, ist das Zufällige der abstrakten Malerei besonders auffällig.
Abstrakter Expressionismus
Zeitraum: 1940er bis 1950er Jahre
Ort: USA
Der Stil des Abstrakten Expressionismus entsprich dem Tachismus in Paris. Wie dieser ging der Abstrakte
Expressionismus vom surrealistischen Automatismus aus, der von einigen in die USA emigrierten Europäern
(Max Ernst, Yves Tanguy, Arshile Gorky, Robert Mattá u.a.) vermittelt wurde. Hauptmeister des Abstrakten
Expressionismus ist Jackson Pollock, der Begründer des Action Painting, das auch Franz Klines, Robert Motherwells,
Willem de Koonings und Philip Gustons Art der Malerei wurde.
Eine andere Gruppe aus dem Bereich des Abstrakten Expressionismus, darunter Mark Rothko, Barnett Newman und
Ad Reinhardt, wurde als die der „Farbgestiker“ bekannt. Sie schufen mit Hilfe einfacher Farbfelder ein
zentrales Bild und sind Vorläufer des Color Painting (Post Painterly Abstraction) und dem Hard Edge Painting.
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Warum Impressionismus?
Der
Impressionismus ist in der Malerei der Begriff für den "Malstil der
unmittelbaren Wahrnehmung", das heißt, auf nachvollziehbare
Gedankengänge wird weitgehend verzichtet - es wird nur das gerade
Gesehene gemalt. Die Motive konnten aus fast allen Lebensbereichen
herausgegriffen werden. Der Fachbegriff für dies ist die "reine
Malerei". Bilder, die so entstanden sind, sind genau das gerade
beobachtete farbige Äquivalent zum Netzhauteindruck des Künstlers.
Die Entwicklung des französischen Impressionismus
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstand in Frankreich ein Bild
, das den Namen "Impression soleil levant" (Eindruck bei Sonnenaufgang)
trug und den Hafen von Le Havre im Morgennebel zeigte. Ein damals noch
unbekannter junger Künstler namens Claude Monet hatte es gemalt. Als
dieses Bild 1874 auf einer Ausstellung eines Fotographen in Paris
ausgestellt wurde, erntete Monet nur Spott. Ein damals sehr bekannter
und angesehener Bildkritiker schrieb einen vor Hohn und Sarkasmus
triefenden Bericht, in dem er Monet als einen Künstler beschimpfte, der
nicht fähig sei, weiter zu sehen, als den Augenblick - eben als einen
"Impressionisten". An dieser Stelle tauchte der Begriff
"Impressiomismus" zum ersten Mal in der Öffentlichkeit auf - als
Schimpfwort. Allerdings erklärte ein Freund Monets, Antonin Proust,
diesen Begriff hätten die Künstler bereits 1858 benutzt - als
Ehrentitel. Dieses Datum zeigt, wie lange es gedauert hat, bis der
Impressiomismus in der französischen Öffentlichkeit bekannt wurde -
fast zwanzig Jahre. Nachdem der Impressionismus langsam aber sicher
bekannter - und auch beliebter - wurde, wurden vor allem drei Maler
geradezu verehrt: Monet, Manet und Dègas.
Die Entwicklung des Impressionismus in Deutschland
Wie schon Anfangs erwähnt, wurde die Stilrichtung "Impressiomismus"
erst etwa 20 bis 25 Jahre nach der verspotteten Ausstellung in Paris
überhaupt bemerkt. Im Grunde war die Entwicklung in Frankreich und
Deutschland gleich: Die - selbsternannten - Kunstkenner in Deutschland
beschimpften die Impressionisten ebenfalls als Kleckser und als
unwürdig, ihre Stuben und Hallen mit ihren Werken zu zieren. Ein sehr
bedeutender Unterschied zu Frankreich war allerdings, daß sich die
deutschen Impressionisten an der Schule von Barbizon und an Künstlern
wie Courbet orientierten und nicht an dem "französischen Dreigestirn".
Die Impressionisten waren meist aus dem gehobenen Bürgerstand und
interessierten sich wenig oder gar nicht für die politischen, sozialen,
kirchlichen, religiösen und metaphysischen Probleme der damaligen Zeit.
Diese Engstirnigkeit und Desinteressen schränkten die Motivauswahl doch
sehr ein: So betrieben die Impressionisten weder Monumentalmalerei mit
religiösem oder patriotisch - historischen Inhalt, noch Mythologie und
Allegorie, wie zum Beispiel in der Romantik. Ihr selbst auferlegtes
Ziel war, die Natur so wahrheitsgetreu wie möglich wiederzugeben. Dazu
mußten sie fast ausschließlich im Freien arbeiten, wofür dann bald der
Begriff "Pleinair - Malerei" (Freiluftmalerei) aufkam. Die Künstler
malten, ohne auch nur den kleinsten Gedanken an etwas anderes zu
verschwenden, einfach ihren momentanen Eindruck. Allerdings mieden sie
die Öffentlichkeit, wo sie nur konnten: Statt Rennplätzen, Opern oder
dem regen Treiben in Großstädten suchten sie das Meer mit seinem
wogenden Horizont, einen Fluß mit seinen Wellen oder einfach nur die
Sonne mit ihren zitternden Reflexen, um diese Eindrücke auf ihren
Leinwänden festzuhalten. Jeder Künstler hatte seine eigene Art, diese
Motive zu erfassen. Zola, ein Freund Monets, hat einmal gesagt, daß die
Natur im Impressionismus durch das Temperament der Künstler
wiedergegeben wird. Das schnelle Erfassen einer Landschaft oder eines
anderen Motives erfordert ein hohes Maß an Individualität,
Augenblickgebundenheit und Spontanität - die Grundlagen, auf denen der
Impressionismus aufbaut. Mit hellen, leuchtenden Farben gaben die
Künstler den Eindruck einer bestimmten Minute innerhalb ständig
wechselnden Lichts und Atmosphäre, also Witterung und so weiter,
wieder. So sorgt jeder Lichtwechsel für ein anderes Bild. Auf diese Art
und Weise entstanden die sogenannten "Serienbilder", wie zum Beispiel
das berühmte Serienwerk Monets "Heuschober, Sommerende, am Morgen / am
Abend" 1891. Manchmal malte der Meister sogar an drei Staffeleien, um
auch wirklich jede noch so kleine Veränderung der Umgebung sofort in Öl
festhalten zu können.
Diese Präzision in den Bildern bedarf einer genauen und gründlichen
Untersuchung der Gegenstandsfarbe im jeweiligen atmosphärischen
Zustand. Die Gegenstände, die gemalt wurden, hatten eine verschwommene
Kontur. Sie wurden nicht immer fest begrenzt, sondern ganz genau so
gemalt, wie sie vom Impressionisten gesehen wurden - auch verschwommen.
Dieser Sinneseindruck war - wie schon gesagt - individuell verschieden.
Die Spontaneität, mit der die Bilder angefertigt werden mußten,
bewirkte, daß kleine Pinselstriche sehr schnell und kurz aufgetragen
wurden und sich die Bildfläche in Farbtupfen und Farbflecke auflöste.
Trotz dieser Auflösung der Bildfläche konnten die Künstler räumlich
darstellen, was sie durch eine Abstufung der Farbtöne vom Vorder - zum
Hintergrund von hell nach dunkel erreichten. Geometrische Regeln, oder
Gesetzmäßigkeiten der Komposition wandten sie überhaupt nicht an, da
der dafür benötigte Zeitaufwand einfach zu groß war - anders, als ihre
Vorgänger in der Romantik, bei denen alles bis ins kleinste Detail
stimmen mußte. Für ihre Bilder benutzten die Impressionisten keine
Schwarz -, Grau - und Brauntöne, kein reines Weiß und auch keine
"Erdfarbe", sondern nur die Farben des Farbspektrums (auch:
Regenbogenfarben / blau, grün, gelb, orange, rot, violett). Jedoch
benutzten sie diese in verschiedenen Nuancen. So war es möglich, genau
das zu malen, was man sah, und nicht das, was man wußte. Selbst zum
Malen von Schatten benutzten sie diese Farben, da jeder Schatten einen
Anteil der Gegenstandsfarbe hat. Natürlich wurden die reinbunten Farben
stark abgedunkelt. Da man kein Schwarz benutzte, bediente man sich der
jeweiligen Komplementärfarbe, da man beim Ausmischen der Kontrastfarben
die dunkelste Mischfarbe erhält.
Die Geschichte des Impressionismus - dessen Künstler anfangs als
"Kleckser" bezeichnet wurden - war, den Kritikern nach zu Urteilen,
eine Folge von Fehlurteilen. Das größte Fehlurteil jedoch war die
Haltung der französischen Bevölkerung: Da die Bilder anders waren, als
die bisherige Salonmalerei (Manet setzte unbekleidete junge Frauen
zwischen schwarz gekleidete Männer!) gefielen die Bilder nicht - sie
waren obszön und skandalös. Außerdem befremdete die Kunstliebhaber, daß
manche Personen oder Handlungen vom Bildrand "abgeschnitten" wurden,
daß Landschaften sich in Licht und Farbe auflösten, daß die Schatten
andersfarbig waren als normal und manchmal sogar heller als die
Gegenstandsfarbe. Diese neue Stilrichtung stand im Widerspruch zu allen
bisher dagewesenen Themen und Darstellungsformen. Ein weiterer
Unterschied zu den vorausgegangenen Kunstrichtungen war, daß die Kunst
um der Kunst Willen ("L´art pour l´art") betrieben wurde, und nicht, um
Gott oder die Menschen zu erfreuen ("L´art pour Dieu" / "L´art pour
l´homme"). Der Impressionismus hatte auch Folgen für die
Kunstgeschichte: Durch die Befreiung der Farbe konnte man durch
Naturbetrachtungen Anregungen für den Realismus gewinnen.
Als 1876 die letzte Ausstellung der Impressionisten gezeigt wurde,
wurde der Impressionismus - mittlerweile äußerst beliebt beim Volk - in
den Rang der allein seeligmachenden Kunstrichtung gehoben. Das war
allerdings genauso unrecht, wie die sofortige Verurteilung dieses Stils
zu seinem Beginn. Die Impressionisten erkannten zu dieser Zeit, daß
ihrer Malweise auch Grenzen gesetzt waren. Man konnte doch nicht immer
so genau darstellen, wie man es manchmal gerne gehabt hätte. Diese
Wahrheit erkannten die Künstler allerdings erst, als ihre Bilder immer
weniger im Mittelpunkt der Gespräche über Kunst stand: ein kleiner
Kasten, genannt Kamera rückte an die Stelle der Impressionisten. Sollte
dieses Ding etwa den seeligmachenden Stil verdrängen ? Es schien so.
Denn von da an konnten sich auch die nicht ganz so gut betuchten Bürger
ein Bild von sich leisten - es war ihnen ganz egal, ob es von einer
Person oder von einer Maschine angefertigt wurde. Die Fotografie hatte
sogar noch einige Vorteile: es ging schneller, bis man das Bild
bestaunen konnte und die Fotos sahen einfach realistischer aus als die
gemalten Werke. Bald erkannte man, daß der Impressionismus eigentlich
völlig unnötig war und daß man ihn nicht weiter benötigte. Es konnten
sich neue Stile entwickeln, da die Maler nicht mehr an die Farbe und
Form der Sache gebunden waren, sondern nun frei experimentieren
konnten. So wurde der Impressionismus von der Fotografie aus dem 19.
Jahrhundert verdrängt und die kurzlebige "Blüte der Stile" verblühte
ebenso rasch, wie sie gewachsen war.
Berühmte Maler der damaligen Zeit
Édouard Manet (1832 - 1883) Obwohl er als "Kleckser" betitelt wurde,
entfachte er viele Skandale mit seinen Bildern. Er war kein
Impressionist im eigentlichen Sinne: Er verwandte für seine Werke
schwarz, grau und Brauntöne, wurde aber trotzdem unfreiwillig zum
geistigen Führer aller Impressionisten ernannt. Bei ihm stand der
Mensch im Mittelpunkt, die Landschaft spielte keine große Rolle. Vom
Realismus und von den spanischen Malern Velasquez und Goya wurde er
stark beeinflußt.
Der Impressionismus--eine Stilrichtung, die sich hauptsächlich mit den Eindrücken (Impressionen) beschäftigt. Wieso?
Die Bezeichnung "der Impressionismus" bezieht sich ursprünglich auf
eine Stilrichtung in der Malerei, die im letzten Viertel des 19.
Jahrhunderts zuerst in Frankreich, dann in anderen europäischen Ländern
erfolgreich wurde. Bals wurden die Strömungen der Literatur und der
Musik, die sich unter dem Einfluß des Impressionismus der Malerei
entwicklte, auch als Impressionismus bezeichnet. Der literarische
Impressionismus war besonders aktiv zwischen 1890 und 1910. Er war eine
Abwendung vom Naturalismus. Er zog sich vom Bereich des Politischen auf
Subjektivismus und Individualismus zurück. Der literarische
Impressionismus lehnte die Wirklichkeit ab, die in der Politik und
Wirtschaft der vom Imperialismus und Kapitalismus bestimmt wurde.
Teilweise war der Impressionismus auch eine Ablehnung der
nationalsozialistischen Strömungen besonders im Bereich der
Trivialliteratur. Der Impressionismus lehnt die naturwissenafts- und
wirklichkeitsorientierten weltanschaulichen Grundlagen des Naturalismus
ab. Er übernimmt aber das naturalistische Stilideal der Detailtreue,
der Genauigkeit der kunstlerischen Darstellung, weil dieser sogenannte
Sekundenstil des Naturalismus dem impressionistischen Stilideal
nahsteht. Der Impressionismus geht über den naturalistischen Stilmittel
hinaus und benutzt das sensualistische Stilmittel. Im Mittelpunkt der
impressionistischen Darstellung stehen Eindrücke, Augenblicke und
Reize, die sinnlich, subjektiv, einmalig, unverwechselbar und flüchtig
sind. Diese Momente werden in allen ihren subtilen Nuancen und
Abweichungen mit größtmöglicher Genauigkeit und Intensität
wiedergegeben.
Dabei werden die subjektiven Empfindungen und seelischen Erregungen
zwar vereinzelt, nicht aber begrifflich analysiert. Es wird fortwährend
entmaterialisert. Die Welt ist nur noch in Stimmungen wahrzunehmen.
Verzichtet wird darauf, die Wirklichkeit als eine komplexe Einheit
darzustellen. Aufgegeben werden auch das kontinuierlich Geschichtliche
und das konstruktive Denken. Was wichtig für die Impressionisten sind
die Darstellungen vereinzelter Reizwirkungen. Daher wurde dem
Impressionismus vorgeworden, oberflächlich zu sein und sich an das
Äußerliche und Vordergründige zu verhaften.
Sprachlich zieht der Impressionismus von rationalen Aspekten auf die
Suggestivkraft zurück. Nur Bilder werden aneinandergereiht.
Konstruktive oder kompositorische Elemente der dichterischen
Darstellung werden vernachlässigt. Bevorzugte Darstellungsmittel sind:
erlebte Rede, freid Rhythmen, Lautmalerei, Parataxe, Synästhesie.
Inhaltlich betimmen die Heiterkeit, Unbeschwertheit, die
farbig-sinnliche Atmosphäre und Pikanterie und Frivolität den
Impressionismus. Die äußere Handlung wird in den Hintergrund geschoben.
Wenig Wert wird auf ethisch und praktische Wertung und Zielsetzung
gelegt. Ebenso wenig werden soziale Probleme behandelt. Kurze und
konzentriete Dichtungstypen werden bevorzugt, wie z.B. Skizze und
Novelle, Einakter, besonders Lyrik. Der Impressionismus tendiert zu
Pointe und Aphorismus. Als Vorläufer des Impressionismus in Frankreich
werden Ch. Baudelaire, P. Verlaine, die Brüder Goncourt betrachtet.
Hauptvertreter sind J-K. Huysmans, A. Frnce, M. Barrès, H. de Rénier,
M. Proust.
In Deutschland sind die Lyriker D. von Liliencron, M. Dauthendey, R.
Dehmel, der frühe R. M. Rilke und der frühe H. von Hofmannsthal (auch
als Dramatker, ebenso wie A. Schnitzler, O.E. Hartmann, z. T. H. und
Th. Mann. P. Altenberg und P. Hille haben zahlreiche impressionistische
Skizzen geschrieben. A. Kerr hat den Impressionismus in die
literarische Kritik eingeführt.
Neoimpressionismus
, Spätform des * Impressionismus, die gegen Ende des 19. Jh. in Frankreich einsetzte. Vgl. auch * Postimpressionismus.
Als eigene Stilrichtung gilt der Neoimpressionismus seit der Gründung
der "Société des artistes indépendants" (Gesellschaft der unabhängigen
Künstler) durch Georges Seurat, 1884. Den Namen Neoimpressionismus
prägte der Kunstkritiker Félix Fénéon, der in seiner Schrift "Die
Impressionisten" Georges Seurat und Paul Signac 1886 erstmals als
Neoimpressionisten bezeichnete.
Die von den Impressionisten angewendete Technik, Farben nicht zu
mischen, sondern in reiner Form in kurzen Pinselstrichen dicht
nebeneinander gesetzt aufzutragen (Farbkommata), wurde von Seurat
methodisch zum * Pointillismus verfeinert. Die Farbmischung, d. h. der
beabsichtigte Farbton, entsteht bei Betrachtung aus einiger Entfernung
erst im Auge des Betrachters. Seurat nannte seine Technik, ungebrochene
Farben punktförmig dicht nebeneinanderzusetzen, * Divisionismus und
Chromo-Luminarismus.
Postimpressionismus ist ein Begriff, der gewöhnlich die malerische
Kunstbewegung des erfolgreichen Impressionismusses kennzeichnet.
Anfangs wurde der Begriff an die Stile, die während der letzten zwei
Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts, von den französischen Malern Paul
Cézanne, Paul Gauguin, Henri de Toulouse-Lautrec und George Seurat und
vom holländischen Maler Vincent van Gogh entwickelt wurden, angewandt.
Es wurde zuerst als eine Referenzen auf einer Ausstellung der Gemälde
von Cézanne, Gauguin und van Gogh in London im Jahre 1910, benutzt. In
ihren Arbeiten nannten alle diese Maler, außer Seurat, betonend eine
subjektive Sicht der visuellen Welt. Obwohl die Postimpressionisten
ihre Stile der Gemälde auf den innovativen Farben des
Impressionismusses gründeten, wirkten sie gegen die naturalistische
Genauigkeit des Impressionismusses und seinen Versuch das Licht
darzustellen. Die Arbeiten der Postimpressionisten zeigen eine freie
ausdrucksvolle Verwendung von Farben und Formen. Sie gingen von
bestimmten Merkmalen des Impressionismusses, wie Analyse der Wirkung
des Lichtes und die illusionistischen Bräuche des Naturalismusses aus.
Cézanne interessierte sich mehr für die Wiedergabe der strukturellen
Qualitäten seiner Themen als für das Kopieren der Natur. Er malte
Stilleben und Landschaften in einer Art und Weise, die ihren kubischen
Umfang betonten, wie in Kiefern und Felsen (1895-1898, Museum of Modern
Art, New York City). Seine Betonung auf die geometrischen Formen und
das prismatische Licht eigen in der Natur deuteten den Kubismus voraus.
Gauguin beschäftigte sich mit der Entwicklung von flachen, dekorativen
Oberflächenmustern in einem Versuch, die malerische Kühnheit der
Volkskunst einzufangen, wie in Kalvarienberg (1889, Palais des
Beaux-Arts, Brussels). Seine Arbeit beeinflußte den Stil des
französischen Malers Henri Matisse, einer der Führer des Fauvismusses.
Van Gogh benutzte lebhafte, oft schrille Farben um die mächtige,
geistige und emotionale Bedeutung seiner Themen hervorzuheben.
Repräsentativ von seinem subjektiven Ansatz ist das Gemälde Sternklare
Nacht (1889, Museum of Modern Art). Seine Gemälde kündigten den
Expressionismus an. Seurat verwendete seine Farben sorgfältig über der
ganzen Oberfläche der Leinwand in winzigen Punkten reiner Farbe,
welche, wenn man das Gemälde aus der Ferne betrachtet, sich zu mischen
scheinen und Blöcke aus Farbe und Schatten formen. Ein schönes Beispiel
seiner Arbeit ist das große Gemälde Sonntags Nachmittag auf der Insel
von La Grande Jatte (1884-86, Art Institute of Chicago).
Toulouse-Lautrec der auch berühmt für seine Arbeit in der
Farblithographie ist, wurde stark durch die linearen Zusammenstellungen
japanischer Drucke beeinflußt. Er wählte häufig für seine Themen
Reiterszenen und Szenen vom Pariser Nachtleben aus, wie es im Bei der
Moulin Rouge dargestellt wurde (1889, Art Institute of Chicago). Andere
Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts, wie Surrealismus und Futurismus,
sowie Kubismus, Expressionismus und Fauvismus, werden als
Postimpressionismus bezeichnet, weil sie sich als ein Ergebnis das
teilweise aus der Freiheit, die für die Künstler des Impressionismusses
erzielt wurde und das teilweise auf einer neuen Betonung der geistigen
Vorstellung der Kunst beruhte, entwickelten. Der letzte Sinn der
Kunstbewegung des 20. Jahrhunderts spiegelt auffallend die Innovationen
von Cézanne, Gauguin und van Gogh wieder.
Ich wünsche Ihnen weiterhin noch viel Spass, bei dem Besuch meiner Seiten,
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